Klinik für Gefäßchirurgie

RUB - Ruhr Universität Bochum

Kurzinfo

Klinikdirektor
Prof. Dr. med. Achim Mumme
Gudrunstr. 56
44791 Bochum
Email: a.mumme@klinikum-bochum.de


Sekretariat
Martina Helmer
Telefon: 0234 / 509 - 2270
Telefax: 0234 / 509 - 2272

Reguläre Sprechstunde
Montag bis Donnerstag
8.30 bis 16.00 Uhr
Freitag 8.30 bis 14.00 Uhr

 

Privatsprechstunde

Montag und Donnerstag

14.00 bis 16.00 Uhr

 

Shuntsprechstunde

Dienstag 13.00 bis 16.00 Uhr



Notfälle 24 Stunden über die zentrale Patientenaufnahme

 

Therapie > Halsschlagader

Halsschlagader

Patienteninformation zur Einengung der Halsschlagader

Das Gehirn wird durch 4 Schlagadern versorgt. Vorne finden sich die beiden Halsschlagadern ( sog. Arteria carotis) , die sich in Höhe des Kehlkopfes in eine äußere und innere Halsschlagader aufteilen. Die meisten Verschlussprozesse finden sich in dieser Aufzweigung. Im Nackenbereich, im Schutz der Halswirbelsäule, finden sich zwei weitere Schlagadern, die sog. Vertebralarterien.


15% aller Todesursachen sind auf Durchblutungsstörungen der Hirngefäße zurückzuführen. Hiervon werden mindestens 20-30% durch Einengungen an den Halsschlagadern hervorgerufen. Jeder 2. Verschluss liegt in der Aufteilung der Halsschlagader und ist damit korrigierbar.


Einengungen der Halsschlagader können zu Gefühlsminderungen an Armen und Beinen, Sprach- und Sehstörungen , vorübergehend oder dauerhaft ( Schlaganfall) führen, selten zu pulssynchronem Ohrensausen oder Schwindel. Patienten mit starken Halsschlagadereinengungen ohne Beschwerden sind vermehrt schlaganfallgefährdet.
 

 

Ursachen:
Einengungen der Halsschlagader werden durch Gefäßverkalkungen verursacht. Risikofaktoren dafür sind erhöhte Fettwerte, Bluthochdruck, Zucker, Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung und familiäre Belastung.
 

Diagnosestellung:
Die Diagnose wird durch Ultraschalluntersuchung der Halsschlagadern, Kernspinnuntersuchung (MRT) oder Kontrastmitteldarstellung der Halsgefäße (Angio), ggfls. durch eine neurologische Untersuchung und Computertomographie (CT) des Kopfes gestellt.
Vor einer möglichen Operation werden begleitende Risiken vonseiten des Herz-Kreislaufsystems, der Lungen und der Nieren überprüft (Blutuntersuchung, EKG, Röntgenaufnahme der Lunge, ggf. Ultraschall des Herzens).
 

 

Operation:
Die häufigste Operation ist die Ausschälung der inneren Halsschlagader.
Hierbei wird das Gefäß im Halsbereich freigelegt, eröffnet und der Verschlusszylinder ausgeschält. Das Blut wird in dieser Zeit über ein Kunststoffröhrchen umgeleitet. Nach Säuberung der Halsschlagader erfolgt der Verschluss unter Einsetzen eines Kunststoff-Streifens als Kaliberausgleich.

Bei der Operation kann es - wie bei jeder anderen Operation auch - zu einer Verletzung der umgebenden Gefäße und Nerven, insbesondere des die Schlagader überkreuzenden Zungennerven kommen. Diese würde zu einer -meist vorübergehenden- Einschränkung der Zungenbeweglichkeit mit zunächst undeutlicher Sprache und vermehrtem auf die Zunge beißen beim Essen führen.


Sollte sich einmal ein größerer Bluterguss im Halsbereich entwickeln, müsste dieser ggf. in einer weiteren Operation entfernt werden.


Selten kann eine Entzündung im Wundbereich auftreten, möglicherweise unter Einbeziehung des Kunststoff-Streifens, so dass dieser wieder entfernt und gegen einen Venenstreifen ausgetauscht werden müsste.
Ferner kann sich in der Schlagader ein Blutgerinnsel lösen, welches einen Schlaganfall auslösen könnte.
Ein Gerinnsel in der Beinvenen, eine sog. Beinvenenthrombose, welche zu einer Lungenembolie mit Verlegung der Blutbahnen in der Lunge führen kann, ist aufgrund der zusätzlich durchgeführten Blutverdünnung sehr selten.
In wenigen Fällen kann es auch nach der Operation wieder zu einer Einengung der Halsschlagader kommen.
 

Nachbehandlung:
In der Regel werden Sie nach der Operation für einige Stunden im Aufwachraum betreut, wo Blutdruck und Herz überwacht werden und der Verband regelmäßig überprüft wird. Sollten Sie schwere Vorerkrankungen haben, kann auch für 24 Stunden eine Überwachung auf der Intensivstation erforderlich werden. Anderenfalls werden Sie nach einigen Stunden in Ihr Zimmer zurück kommen.


Bereits am Abend nach der Operation dürfen Sie mit Hilfe des Pflegepersonals aufstehen und spätestens am nächsten Morgen wieder normal Essen und Trinken und sich normal auf der Station bewegen. Die Wunddrainage wird in der Regel ebenfalls am Tag nach der Operation entfernt.


Zwei Tage nach der Operation erfolgt eine nochmalige Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader. Sofern diese einen regelrechten Befund ergibt, die Wunde gut heilt und Sie sich wohl fühlen, dürfen Sie am dritten Tag nach der Operation wieder nach Hause.

Im weiteren sollten Sie ein Medikament einnehmen, welches die Blutplättchen an der Verklumpung hindert ( z.B. ASS, Iscover, Plavix). In den ersten Wochen nach der Operation sollten Sie noch starke Anstrengungen vermeiden, sich jedoch viel bewegen.
2x im Jahr muß die Halsschlagader dann zunächst mittels Ultraschalluntersuchung nachkontrolliert werden.

Sollte es zu Veränderungen und Schmerzhaftigkeit an der Wunde, Fieber oder Gefühlsstörungen in Armen oder Beinen kommen, sollten Sie sofort Ihren Hausarzt informieren und ggf. unsere Ambulanz aufsuchen.

Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch jederzeit persönlich bei weiteren Fragen zur Verfügung.